Paragleiten und Drachenfliegen
Der Funsport erlebte in jüngster Vergangenheit einen Aufschwung, wie er in kaum einer anderen Sportart beobachtet werden konnte. Immer mehr Menschen, ob jung oder alt, entscheiden sich für eine solche Aktivität, da ihnen vor allem der Nervenkitzel und der Adrenalinkick besondere Freude bereitet. So ist dies selbstverständlich auch beim spektakulären Paragleiten und Drachenfliegen der Fall, bei dem der Mensch seiner großen Sehnsucht nach dem unbeschwerten Fliegen nachkommen kann. Es handelt sich hierbei um einen Wunsch, der seit jeher im Wesen der Menschen verankert ist, wollten sie doch schon immer fliegen wie die Vögel.
Paragleiten im Detail
Das Paragleiten oder auch Gleitschirmfliegen ist allgemein definiert als das Gleiten mit einem Gleitschirm, sodass der Begriff fliegen eigentlich hier fehl am Platz ist. Kontrolle in der Luft erlangt man durch die Steuerleinen des Gleitschirms, mit denen man sowohl Richtung als auch Geschwindigkeit bestimmen kann. Als einer der Gründer des Gleitschirmfliegens kann David Barrish bezeichnet werden, der die heute so populäre Sportart 1965 unter dem Begriff Sailwing bereits angepriesen hat. Im Jahr 1974 wurde von Dan Poynter dann ein eigenes Lehrbuch für Parasailing, aus dem sich auch der deutsche Begriff Paragleiten ableitet, verfasst. Trotzdem konnte sich das Gleitschirmfliegen erst nach ein paar technischen Verbesserungen endgültig durchsetzen und zu dem Trendsport entwickeln, der er heute ist. Kaum zu glauben ist vor allem auch, welch enorme Distanzen man mit solchen Schirmen überwinden kann, liegt der von zwei Brasilianern im Jahr 2007 aufgestellte Weltrekord doch bei unfassbaren 461,6 Kilometern. Der Höhenrekord kann mit ebenso erstaunlichen 4526 Metern beziffert werden, die der Brite Robbie Whittall 1993 einzig und allein durch die Nutzung der Thermik erreichen konnte. Nach wie vor erfreut sich diese Funsportart ungebrochener Beliebtheit, sodass sich auch zahlreiche Vereine gebildet haben, in denen man die Faszination Fliegen beim Paragleiten erleben kann.
Drachenfliegen im Detail
Eine weitere besonders spektakuläre Sportart ist das allgemein unter Drachenfliegen bekannte Steuern eines Hängegleiters. Mit diesem Fluggerät, das auch als Drachen oder Deltasegler bezeichnet wird, begibt man sich in die Lüfte und kann so ebenfalls dem Traum vom Fliegen näher kommen. Hat man den Start erst einmal erfolgreich absolviert, steuert man die Richtung in der Luft einzig und allein durch Gewichtsverlagerung, wodurch das Fliegen mit dem Hängegleiter besonders anspruchsvoll ist. Daher sollte man auch über viel Können und Erfahrung verfügen, ehe man den ersten ausgedehnten Flug wagt.
Der erste Hängegleiter wurde im Jahre 1961 vom Amerikaner Barry Hill Palmer konstruiert, wobei er seine Idee aus einer Zeitschrift hatte. Die NASA war zu dieser Zeit nämlich gerade dabei, ein neues flexibles Segel zu entwickeln, das von zwei stangenförmigen Trägern gehalten werden sollte. Es wurden lediglich zwei Vorstudien durchgeführt, doch durch die Tatsache, dass man Bilder in einer Zeitschrift veröffentlicht hatte, wurde Palmer inspiriert und begann mit seinem eigenen Plan. Seine Entwicklung wurde ein wahrer Erfolg und der amerikanische Abenteurer wurde dadurch zum ersten Drachenflieger der Welt. Der Sport fand rasch eine Vielzahl von Anhängern, weshalb auch der Fortschritt in der Technologie des Fluggeräts rasant voranging.
Paragleiten und Drachenfliegen, wie die bekannten Bezeichnungen für das Steuern eines Gleitschirmes beziehungsweise eines Hängegleiters lauten, halten die Faszination Fliegen nach wie vor am Leben und werden daher von zahlreichen Abenteuerlustigen nur allzu gerne ausgeübt. Nicht zuletzt das Land Österreich bietet mit seinen zahlreichen Bergen perfekte Bedingungen, um mit den beiden Fluggeräten in die Lüfte zu starten.
